Mit ganz viel Herzblut für den Wintersport: 30 Jahre Ski Weltcup in Flachau

Was im Dezember 1993 mit einem Damen-Super-G begann, hat sich in Flachau, aber auch im Weltcup-Kalender der FIS zu einem Fixpunkt entwickelt. Alberto Tomba hat auf der Hermann-Maier-FIS-Weltcupstrecke genauso gewonnen wie Janica und Ivica Kostelic oder Marlies und Benjamin Raich. Was von all den Jahren in Erinnerung bleibt, das sind einerseits sportlich sehr, sehr spannende Rennen, fulminante Karrieresprünge und vor allem die wirklich großen Emotionen. Ein paar Anekdoten aus der langen Tradition des Ski Weltcups in Flachau möchte ich euch hier erzählen.

Aller Anfang waren Wetterkapriolen. Und diese machten die Strecke am Grießenkar extrem selektiv. Mit Startnummer 66 rauschte damals die Slowenin Katja Koren mit Bestzeit über die Ziellinie und gewann ihr erstes und einziges Weltcuprennen. Die Rennen am 6. und 7. Jänner 1996 standen ganz im Zeichen des italienischen Ski Superstars Alberto Tomba und ich kann mich noch sehr gut an den großen Presserummel rund um seine Person erinnern, ebenso wie an den Vorläufer aus Flachau namens Hermann Maier, der hier mit einer Top-Zeit aufzeigte und sich damit den Weg ins ÖSV-Europacupteam und bald darauf ins ÖSV-Weltcupteam ebnete. Dann war da auch noch eine coole Einlage bei der Startnummernauslosung zu der manche Athleten als Hl. Dreikönige verkleidet erschienen.
Das Rahmenprogramm des Ski Weltcups in Flachau war übrigens schon in den Anfangsjahren ziemlich hochkarätig: So hatten DJ Bobo, Victoria Beckham, DJ Ötzi, Lutricia McNeal, das Nockalmquintett, voXXclub uvm. ihren großen Auftritt in Flachau. Für tolle Stimmung sorgte damals übrigens auch regelmäßig die „Guggamusi“, die vorm Rennen durch den Ort ins Zielgelände marschierte und anschließend die Läufer/innen auf der Tribüne lautstarkt anfreuerte. Ein absolutes Highlight war natürlich das Weltcupfinale 2002. Dabei wurden die Speed-Rennen in Zauchensee und die Technikbewerbe in Flachau ausgetragen. T-Shirt statt Skijacke - bei frühlingshaften Temperaturen von bis zu 18 °C war das Präparieren der Piste wohl eine echte Herausforderung fürs Flachauer Rennkomitee. Aber auch diese Bewährungsprobe wurde im Team gemeistert so wie so manches Schneegestöber, ergiebige Regengüsse und die kurzfristige Übernahme von Weltcuprennen, die andernorts abgesagt werden mussten.
Wobei wir auch schon bei einem wichtigen Faktor für die Erfolgsgeschichte des Audi FIS Skiweltcup in Flachau wären, nämlich dem Team, das wie ein Uhrwerk funktioniert. In den einzelnen Arbeitsbereichen wird das Event vorbereitet und dann am Tag X greift alles ineinander und funktioniert exakt und professionell, eben wie die Mechanik einer Uhr. Und obwohl fokussiert gearbeitet wird, rennt der Schmäh und dadurch läufts, fast wie geschmiert. Klar, ein paar Hoppalas waren und sind immer wieder dabei, die werden dann beim obligaten „Schichtlass-Seiterl“ analysiert und nachbesprochen.
So zum Beispiel soll es vorgekommen sein, dass ein Getränkelieferant per Telefon eine gute Stunde lang kreuz und quer durch Flachau gelotst wurde bevor dieser dann meinte, er stehe jetzt vor der Feuerwehr in St. Anton. Aber keine Bange, auch bei dieser Weltcup-Veranstaltung musste niemand Durst leiden in den beliebten, Hütten, Restaurants und Bars. Und auch die Fans sorgten oft nicht nur für tolle Stimmung, sondern mit ihren kühnen Outfits für Kopfschütteln und Schmunzeln.

Facts: Alle Infos zum Audi FIS Skiweltcup findet ihr unter: www.skiweltcup-flachau.at

Seid ihr dabei? Schickt uns eure tollsten Fotos und taggt uns gerne!

Bildnachweis: TVB Flachau