Wenn der Berg ruht, aber wir nicht! - Revisionen mit Herz

Kühlere Luft, sanfte Farben, ein Hauch von Entschleunigung – der Sommer geht leise zu Ende. Während die Papagenobahn noch Wanderer auf den Rossbrand bringt, laufen im Hintergrund schon die Vorbereitungen für den Winter: mit Fachwissen, Schraubenschlüssel und echtem Filzmooser Schmäh. Was der Gast nicht sieht: Hinter jeder Gondelfahrt steckt Arbeit mit Herzblut – von der Beschneiung, über die Lifte bis hin zu Pistenbullys und Skidoos. Denn nach dem Winter ist vor dem Winter, und die Arbeit am Berg endet nie.

Unsere Mitarbeiter im Interview - wer steckt hinter den Antworten? Bei uns erzählen nicht anonyme Stimmen, sondern die Menschen, die Tag für Tag dafür sorgen, dass bei den Bergbahnen Filzmoos alles rund läuft:
Engelbert & Franz – unsere Betriebsleiter mit Überblick und Schmäh.
Rupert – Werkstattleiter mit Herz für alles „was foad“.
Barbara & Birgit – Kassa & Büro, wo Organisation und Gästeservice Hand in Hand gehen.

Hinter den Kulissen: Die Revision startet.

Welche Arbeiten und Revisionen fallen an – von den unterschätzten und kniffligen Handgriffen bis hin zu den wichtigsten Prioritäten, ohne die im Winter nichts funktioniert

Engelbert: „Wir revisionieren alles – von Kuppelstellen über Keilriemen bis zu den Stützenrollen, die locker 25 Kilo wiegen. Und dann die Zäune: im Frühjahr für die Kühe, im Herbst die Schneezäune. Dazu Großprojekte wie diese Jahr – der Seilwechsel der Papagenobahn, 3.460 Meter lang, ca. 23 Tonnen schwer. Es ist viel Arbeit - ohne das läuft im Winter gar nix.“
Rupert bringt es auf den Punkt: „Ois wos foad – Skidoos, Pistenwalzen, Traktoren, Lader – des muaß g’pflegt wern. Wenn’s nimma foad, is hin. Also wird gschweißt, gschraubt, g’ölt.“
Barbara lacht: „Bei mir glaubt ja jeder, dass im Sommer nix los ist. Dabei haben wir heuer den kompletten Filzmoos-Kartenpool neu anlegen müssen – jede Karte muss funktionieren, sonst bleibt der Gast am Drehkreuz stecken. Klingt unscheinbar, ist aber die Basis für alles.“

„Habt’s im Sommer nix zu tun?“

Diese Frage hören die Mitarbeiter oft – und sie reagieren mit einem Augenzwinkern.

Was würdest du jemandem antworten, der glaubt, dass ein Job bei den Bergbahnen langweilig sei?

Franz sagt trocken: „Ganz ehrlich: Du hast ja keine Ahnung.“
Barbara: „Also, wenn mir jemand sagt, im Sommer hätten wir nichts zu tun, dann sag ich: Wir können ja mal einen Tag tauschen. Dann merkst du am Abend, wie vielseitig und auch anstrengend die Arbeit an der Kassa sein kann – aber genau das macht sie spannend und alles andere als langweilig.“
Rupert: „Arbeit gibt’s genug – die duad si nid von alloa. Couchpotatoes san hier fehl am Platz.“

Wenn du an eine Revision denkst: Welcher Handgriff nervt – ist aber trotzdem unverzichtbar – ohne welches Werkzeug (ja, Kaffee gilt auch) wärst du aufgeschmissen und gibt es einen Trick den du nicht mehr missen möchtest?

Barbara: "So schnell nervt mich nix, aber ohne meinen elektronischen Tischrechner wäre ich verloren. Trick gibt’s keinen, sobald man einen gefunden hat kommt schon wieder ein Software Update."
Rupert: „Das Schmieren der Pistengeräte nervt, aber ohne geht’s nicht. Mein Held ist der Akkuschlagschrauber. Und mein Trick nach Jahren: manchmal bringt „Murksen“ mehr als grübeln."
Engelbert: „Tägliche Kontrollen, jeden Tag das Gleiche. Nervig, aber Pflicht. Ohne Fettpresse läuft nix. Mein Trick: cool bleiben – immer.“
Franz: „Mein Werkzeug Nummer eins? Kaffee. Ohne fang ich gar nicht an.“
Birgit schmunzelt: „Bei mir auch – Kaffee ist das halbe Leben.“

Wenn sich die Natur auf dem Rossbrand im Spätherbst verändert und alles im goldenen Sonnenlicht erstrahlt, wird auch bei der Papagenobahn mit den Vorbereitungen für die Wintersaison begonnen.

Kleine Augenblicke, große Liebe zum Berg

Abseits vom Trubel erleben unsere Mitarbeiter den Rossbrand auf ihre ganz eigene Weise. Sie kennen die stillen Plätze, die besonderen Augenblicke – und das Gefühl, wenn nach langer Vorbereitung endlich wieder Leben in die Anlagen kommt. Hier teilen sie ihre Erinnerungen und Herzensmomente – ehrlich, bodenständig und mit viel Liebe zum Berg.

Was war dein schönster oder emotionalster Moment hier oben – sei es ein Sonnenaufgang, ein Wintertag, ein Augenblick mit Kollegen oder Gästen, oder einfach der Moment, in dem du dir denkst: Genau deswegen mache ich diesen Job?

Barbara: „Einmal durfte ich mit der Pistenwalze auf der Höhenloipe mitfahren – es war ein traumhafter Sonnenuntergang, und ich hab nur gedacht: Wie schön ist unsere Heimat!“
Rupert: „Nach Neuschnee bei Sonnenaufgang die Loipe präparieren – alles still, alles glitzert. Genau deswegen mach ich den Job.“
Engelbert: „Der Berg, wenn er noch unberührt ist – keine Spuren, nur Ruhe. Da weiß ich sofort wieder, warum ich hier arbeite.“
Birgit: „Mein schönster Moment war ein Oktober-Sonnenaufgang – alles golden, mucksmäuschenstill. Ich sag ja immer, man muss erst wegfahren und sich was anderes ansehen, damit man weiß wie schön es daheim ist.“
Franz: „Ich hab den Winter 18/19 noch im Kopf – Schneemassen ohne Ende, wir mussten zusperren, weil wir mit dem Schaufeln nicht mehr nachkamen. Und dann kam plötzlich die Sonne raus – diese Erleichterung, das war echt emotional. Aber auch sonst: Wenn ich bei schönem Wetter am Berg unterwegs bin, denk ich mir jedes Mal – dafür machst du das.“

Gibt es einen Platz am Rossbrand, an dem du manchmal Pause machst oder einfach gern in die Ferne schaust – vielleicht sogar einen Ort, den kein Gast mitbekommt, der für dich aber das Herz des Berges ist – und wann ist der Berg für dich persönlich am allerschönsten?

Barbara: „Also Pause am Berg mach ich keine – ich bin während der Arbeitszeit an der Kassa oder im Büro. Aber wenn ich mal frei hab, dann zieht’s mich rauf zum Gipfelkreuz. Das ist für mich der schönste Platz. Und den Berg erleb ich am intensivsten beim Sonnenuntergang – da haut mich die Stimmung jedes Mal um.“
Rupert: „Ich geb’s zu – heimlich Pause mach ich keine. Aber wenn ich beim Präparieren auf der Höhenloipe bin, genieß ich schon den Blick. Am schönsten ist der Rossbrand für mich nachts, wenn er ganz leer ist. Da hat das was Magisches.“
Engelbert: „Bei mir ist es die Panoramakurve. Pause mach ich da keine, aber ich halte kurz inne – einfach, weil der Blick so beeindruckend ist. Am schönsten ist der Berg für mich, wenn die Pisten weiß sind und der Himmel knallblau – dann hast ein richtiges Winter Wonderland.“
Franz: „Auch ich mag die Panoramakurve, die ist einfach etwas Besonderes. Aber der Moment, der mich jedes Mal packt: frühmorgens mit dem Lift rauffahren, alles tief verschneit, die Welt noch still. Das ist der Rossbrand für mich in seiner schönsten Form.“
Birgit: „Für mich ist’s auch die Panoramakurve – und das Gipfelkreuz. Die Aussicht dort ist einmalig, und man spürt richtig die Kraft der Berge. Am schönsten ist der Berg für mich in der Früh oder am Abend, wenn die Stimmung einfach besonders ist und die Hektik fehlt.“

Welche besondere, lustige oder schräge Begegnung mit Gästen oder Kollegen ist dir bis heute im Gedächtnis geblieben – vielleicht sogar als deine „Top-1-Liftler-Geschichte“?

Barbara: „Da gibt’s einiges, aber ein Erlebnis sticht raus: Eine Frau Dr. hat sich mal furchtbar aufgeregt, weil sie keine Freikarte bekommen hat. Sie hat mich persönlich sehr beleidigt. Ein paar Monate später hab ich die Geschichte bei einem Ausflug im Bus erzählt, und wen treff ich am Ziel? Genau diese Frau Dr.! Sie hat mich begrüßt, als wären wir gute Freunde. Der ganze Bus hat bei der Rückfahrt gelacht – ein verrückter Zufall.“
Rupert: „Einmal hat mein Kollege beim Pistenbully den falschen Schlauch geöffnet. Zack – das ganze Öl ins Gesicht. Er hat ausgeschaut wie eine frisch getaufte Ratte. Für uns war’s im ersten Moment ein Schreck, aber danach haben wir Tränen gelacht.“
Engelbert: „Wir helfen ja oft beim Aussteigen aus der Gondel. Einmal hat sich eine Frau an meinem Kollegen festgehalten – und sich einfach komplett fallen lassen. Beide sind gemeinsam umgeflogen. Mein anderer Kollege konnte gar nicht helfen, weil er sich vor Lachen gekrümmt hat. Und so was vergisst man nicht.“
Franz: „Im Winter 18/19, als der viele Schnee war, sind zwei Kollegen losgezogen, um die Netze wieder aufzustellen. Der eine sagt noch: ‚Zieh ja die Ski nicht aus.‘ Der andere: ‚Muss ich, sonst kann i ned arbeiten.‘ Kaum die Ski draußen, tritt er zur Seite – und verschwindet bis zur Nasenspitze im Neuschnee. Wir erzählen’s heute noch."
Birgit: Es gibt so eine Geschichte, die mir eine Kollegin erzählt hat: Ein Gast hat sich so sehr aufgeregt, dass er beim Weggehen seinen Allerwertesten blankgezogen hat mit den Worten: ‚Sie können mich mal …!‘ – das war dann wieder eher zum Lachen.“

In einem Punkt sind wir uns aber alle einig: Ob kurios, herzlich oder zum Lachen – bei all den Momenten, die wir Sommer wie Winter erleben, wird uns eines immer bewusst sein: jede Begegnung mit unseren Gästen ist ein Geschenk.

Filzmoos bleibt eben Filzmoos
Am Ende ist es die Mischung, die die Bergbahnen Filzmoos ausmacht: präzise Arbeit, echte Menschen, ein bisserl Schmäh – und ganz viel Herz. Wenn die Gäste dann im Dezember in die Bahn steigen und alles läuft wie geschmiert, denkt wahrscheinlich niemand daran, dass dieser Moment im April und somit schon vor der Sommersaison wieder beginnt.
Aber genau das ist ja der Trick.

Also falls du beim nächsten Ausflug mit der Papagenobahn eine Gondel mit geöltem Glanz, frisch geputzten Fenstern und einem Mitarbeiter siehst, der herzlich lacht und ein bisschen nach Hydraulik riecht – dann weißt du: Der Winter kommt. Und Filzmoos ist schon längst bereit.

Noch mehr „Liftler-Schmäh“

Im Herbst versorgen wir euch mit noch mehr humorvollen Infos zu den Vorbereitungen der Wintersaison auf Facebook und Instagram (@filzmoos.ski) Also folgt uns gerne!
Mehr Infos & aktuelle Öffnungszeiten der Bergbahnen Filzmoos findet ihr unter: www.filzmoos.ski

Bildnachweis: Bergbahnen Filzmoos, Goi.Li Media GesbR, Adam Stocker