Regenerationszonen in Wagrain-Kleinarl - Ein Selbstversuch

In Zusammenarbeit mit der Paracelsus medizinischen Privatuniversität Salzburg haben wir in Wagrain und Kleinarl bisher sechs besondere Regenerationszonen ausgewiesen. Diese fördern nachweislich deine mentale und körperliche Gesundheit. Innerhalb dieser Zonen findest du zahlreiche Plätze, die deine Herz- und Lungenfunktion stärken, dein Muskel-Skelettsystem positiv beeinflussen, dein Immunsystem unterstützen, Stress abbauen und deine Widerstandskraft im Alltag erhöhen.

Aus Neugier, ob sich diese Zonen tatsächlich positiv auf mich auswirken, habe ich mich selbst auf den Weg in eine der Zonen gemacht – den Tappenkarsee.

Frühstart zum Jägersee

Mit dem Auto fahre ich um 7:00 morgens in den hinteren Teil unseres Tales bis zum Jägerseeparkplatz. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis – ruhig, magisch, erhebend. Die Stimmung hebt sich sofort, selbst am frühen Morgen.
Wer sich den Fußweg zur unbewirtschafteten Schwabalm ersparen möchte, kann die Mautstraße nutzen und bequem mit dem Auto direkt bis zum Schwabalmparkplatz fahren. Ich entscheide mich mein Auto beim Jägersee zu parken und zu Fuß zu gehen. Man spaziert gemütlich etwa 30 bis 40 Minuten auf einem flachen, gut begehbaren Weg bis zum Beginn des Aufstiegs. Und obwohl der Jägersee immer wieder ein wunderschöner Ort ist, muss diese Regenerationszone auf ein anderes Mal warten.

Schon hier fällt mir die außergewöhnlich klare Luft auf. Ich genieße die Stille, atme tief ein und lasse den Alltag hinter mir.

Aufstieg zum Tappenkarsee

Dann beginnt der Aufstieg zum Tappenkarsee – dem höchstgelegenen Gebirgssee der Ostalpen. Zuerst geht es durch einen dichten Wald. Ich nehme die Umgebung ganz bewusst wahr: das Zwitschern der Vögel, das sanfte Licht zwischen den Bäumen – ein Moment innerer Ruhe.

Mit zunehmender Steigung spüre ich, wie mein Atem schneller wird und der Puls steigt – ein gutes Zeichen für die Aktivierung meines Herz-Kreislauf-Systems. Unterwegs bleibe ich beim Wasserfall stehen, schließe die Augen und nehme ein paar tiefe Atemzüge. Das gleichmäßige Rauschen wirkt fast meditativ.

Ankommen am See

Nach rund 1,5 Stunden Wanderung öffnet sich vor einem der Blick auf den Tappenkarsee – atemberaubend schön. Ich spaziere noch ein Stück weiter, suche mir eine ruhige Stelle in der Wiese, lege das Handy beiseite und konzentriere mich bewusst auf meine Atmung, die immer ruhiger wird. Hier oben gibt es ohnehin keinen Handyempfang – man ist fast schon gezwungen, die digitale Welt hinter sich zu lassen. Und genau das tut gut. Ein Moment purer Entspannung. Ich ziehe die Schuhe aus und gehe barfuß durch das eiskalte Gebirgswasser. Es wird nachgesagt, dass Kneippen besseren Schlaf fördert, Stress und Ängste reduziert und das Immunsystem stärkt. Kleiner Tipp: Wer danach noch etwa 20 Minuten weiter bloßfüßig bleibt, sorgt durch Earthing zusätzlich für eine vollständige Erdung des Körpers.

Abstieg mit Wirkung

Nach einer herzhaften Almjause und einem erfrischenden, kalten Hollersaft mache ich mich wieder auf den Rückweg ins Tal. Beim Abstieg spüre ich, wie sich meine Beinmuskulatur anspannt. Und das ist gut so: Bergabgehen trainiert Gleichgewicht, Koordination und beansprucht einen Großteil der Muskulatur. Wer auf Wanderstöcke verzichtet, steigert diesen Effekt sogar noch.

Nicht zu übersehen

Übrigens: Bei allen Regenerationsplätzen weist ein Symbol auf den Platz hin. Mithilfe des Booklets zu den Regenerationsplätzen, finde ich zu jedem Platz die passende Übung. Wer ohne Booklet unterwegs ist, kann denn QR-Code scannen und wird zur passenden Übung geführt.

So war’s für mich

Nach einem Tag inmitten so vieler wohltuender Reize und Regenerationsimpulse fühle ich mich angekommen, geerdet und entspannt. Es ist erstaunlich, wie schnell Körper und Geist in Balance kommen können – perfekt, um mit neuer Energie in die Arbeitswoche, ein Projekt oder den Alltag zu starten.

Meine Empfehlung

Wenn du deinem Körper und Geist auch etwas Gutes tun willst, dann probier’s einfach selbst aus. Die Regenerationszonen in Wagrain-Kleinarl sind nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern vor allem spürbar. Ob beim Wandern, Kneippen oder einfach beim bewussten Innehalten – hier findest du Orte, die entschleunigen, Kraft schenken und dich wieder in Balance bringen.

Pack die Wanderschuhe ein, lass das Handy ruhig mal im Rucksack – und entdecke, wie gut es tut, ganz bei sich selbst zu sein. Es lohnt sich.

Bildnachweis: Miriam Lottes, Wagrain-Kleinarl Tourismus