Höhenloipe Rossbrand – Wo der Winter glitzert und die Loipe ruft
Nachdem mein Sohn letzten Winter mit dem Kindergarten langlaufen war und er so viel Freude daran hatte, möchte ich diesen Winter öfter mit ihm auf die Loipe gehen. Unser Ziel: eine richtige Mutter-Sohn-Langlauftour.
Von unseren Sommerausflügen mit der Papagenobahn auf den Rossbrand in Filzmoos weiß ich, dass es im Winter auf der Höhenloipe Rossbrand perfekte Bedingungen dafür gibt. Die Bilder und die Erzählungen der sympathischen und hilfsbereiten „Liftler“ haben mir schon lange das Gefühl gegeben, dass es dort oben aussehen muss wie in Skandinavien – mit wunderbar präparierten Loipen und absoluter Schneesicherheit.
Also nutzen wir heute den sonnigen Wintertag und machen uns frühmorgens auf den Weg ins Skigebiet Filzmoos, um gleich mit der ersten Gondel nach oben zu fahren. Vorher leihen wir uns noch in einem der drei Sportgeschäfte Langlaufequipment aus, parken, Berg- und Talfahrt kaufen – alles läuft mühelos und stressfrei. Wir werden bestens beraten und nehmen gleich noch einen kleinen Spind im Langlaufhaus dazu. Kurz darauf sitzen wir schon in der Gondel und bestaunen den atemberaubenden Blick über das verschneite Filzmoos und die weiß glitzernde Bischofsmütze.
Der Ausblick ist im Sommer schon traumhaft – aber im Winter, schneebedeckt, unter blitzblauem Himmel, ist er einfach magisch. Fast kitschig, aber auf die schönste Art.
Oben angekommen, befindet sich gleich rechts von der Bergstation das Langlaufhaus. Mit unserem Ticket öffnen wir unseren Spind und verstauen Straßenkleidung und alles, was wir beim Langlaufen nicht brauchen. Und dann geht’s los: Langlaufski festgeschnallt, erster Schwung … und schon sitzen wir beide auf unserem Popo. Wir lachen herzlich, rappeln uns auf und starten einen neuen Versuch.
Alles läuft - außer wir auf Ski
Da ich unbedingt auch im Winter die Panoramakurve mit Blick auf die Bischofsmütze und das Dachsteinmassiv bestaunen möchte, entscheiden wir uns für die leichtere rechte Loipe, die im Sommer als Panoramaweg bekannt ist. Schon beim nächsten zaghaften Versuch, locker dahinzugleiten, lande ich fast wieder im Schnee. Die Winterwanderer auf dem separat geführten Wanderweg schmunzeln freundlich.
Es ist doch schwerer, als ich es in Erinnerung hatte.
Unsere Rossbrand-Retter
Auch Elias, der letzte Saison schon richtig gut unterwegs war, findet seinen Schwung nicht sofort wieder. Ein paar Meter voraus ruft er mir zu: „Mama, ich will auf die Hütte! Ich mag nicht mehr! Das macht so keinen Spaß!“
Gerade als ich ihm zurückrufen will, dass ich es mir auch leichter vorgestellt habe und fast schon kapitulieren möchte, kommen zwei sportliche Langläufer auf uns zu. Sie haben unser Gespräch gehört und sprechen uns an.
Lisa und Ricardo stellen sich vor – und bieten uns spontan ihre Hilfe an. Natürlich nehme ich dankend an!
Lisa: „Wir gehen das jetzt ganz entspannt an …“
„Ihr seid hier oben am Rossbrand genau am richtigen Ort, um wieder ein Gefühl für die Ski zu bekommen. Wir starten gemeinsam auf dem ganz flachen Stück der rechten Panorama-Loipe. Zuerst lassen wir die Stöcke noch weg – so spürt ihr viel besser, wie die Ski unter euch gleiten, und ihr findet euer Gleichgewicht leichter wieder. Ich zeige euch kleine Pinguin-Schritte, ganz gemütlich, und schon merkt ihr: Von Schritt zu Schritt werdet ihr sicherer.“
Gesagt, getan. Wir watscheln wie Pinguine die Loipe entlang – und lachen Tränen.
Ricardo: „Jetzt üben wir das Gleiten …“
„Ein Ski schiebt, der andere fährt locker dahin. Keine Sorge, das kommt schnell wieder – auch wenn es sich am Anfang wackeliger anfühlt, als man es im Kopf hat. Und Elias, du wirst sehen: Nach ein paar spielerischen Übungen, vielleicht einer kleinen ‚Rakete‘ oder einem Mini-Wettrennen, hast du deinen Schwung gleich wieder.“
Wir strecken die Arme nach hinten und gleiten auf einem Ski so weit wie möglich – wie kleine Raketen. Und tatsächlich: Es macht riesigen Spaß und das Gleichgewicht kommt ganz von selbst zurück.
Lisa: „Wenn ihr euch stabil fühlt, nehmen wir die Stöcke dazu …“
„Ganz locker, ohne Druck. Wichtig ist, dass ihr Spaß habt. Auch wir lachen über jeden kleinen Hüpfer in den Schnee, machen kurze Pausen und genießen den Blick auf die Bischofsmütze und das Dachsteinmassiv. Genau so lernt man am besten. Die Loipe läuft euch nicht davon. Schritt für Schritt – und plötzlich gleitet ihr ganz selbstverständlich dahin. Übung macht den Meister.“
Panoramakurve: 0. - Hunger: 1.
Bis zur Panoramakurve schaffen wir es an diesem Tag noch nicht – aber wir haben Hunger! Also gönnen wir uns ein stärkendes Mittagessen auf der Schörgi Alm. Als kleines Dankeschön laden wir Lisa und Ricardo ein. Elias schwärmt schon den ganzen Vormittag vom Kaiserschmarrn, den er im Sommer dort alleine verputzt hat – und uns läuft längst das Wasser im Mund zusammen.
Beim Essen erzählen die beiden uns vom neuen Papageno Winter Ticket:
Eine ganze Wintersaison lang kann man damit täglich eine Berg- und Talfahrt nutzen und oben langlaufen, winterwandern oder sogar Schneeschuhwandern. Auch 3-Tages- und 6-Tages-Tickets mit jeweils einer Berg- und Talfahrt pro Tag gibt es für die Papagenobahn – perfekt, wenn man mehrere Tage hintereinander den Rossbrand genießen möchte.
Zwei Ziele, ein Wintertraum
Wir sind sofort überzeugt: Diese Mehrtagestickets werden wir diesen Winter sicher öfter nutzen.
Denn wir haben jetzt zwei große Ziele:
➡ die Panoramakurve erreichen
➡ und einmal im Winter am Gipfelkreuz des Rossbrand stehen, mit seinem 360°-Rundumblick.
Geheimtipp mit Rentier-Potenzial
Wir hatten wirklich Glück, Lisa und Ricardo zu treffen – ihre Tipps haben uns den Wiedereinstieg ins Langlaufen deutlich erleichtert (und die ersten wackeligen Versuche etwas eleganter aussehen lassen). Wer nun ebenfalls Lust bekommen hat, die Höhenloipe zu erobern, findet in Filzmoos ganz bestimmt das passende Angebot: Die Skischulen in Filzmoos bieten speziell für Einsteiger Langlaufkurse an – perfekt für alle, die noch nicht oder nur wenig Erfahrung auf den schmalen Brettern haben. Erfahrene Langläufer*innen dürfen sich hingegen einfach gleich auf die Loipe stürzen und die traumhafte Aussicht genießen.
Gut zu wissen:
Die Höhenloipe Rossbrand ist auch mit den Mehrtagestickets von Ski amadé sowie mit der Ski amadé ALL-IN Card White/Gold und der SuperSkiCard erreichbar. Ein echter Geheimtipp – und wer weiß, vielleicht läuft einem ja wirklich einmal ein Rentier wie in Skandinavien über den Weg … oder doch eher ein Hirsch.
Fakt ist:
Bildnachweis: Goi.Li Media, filzmoos.ski, CoenWeesjes, Christian Fischbacher, Anja Prommegger